Ausstellung 100 Jahre 1. Weltkrieg

Für den Bildungssausschuss Kastelruth hat Juliane Jaider auf Initiative der Mittelschule die Ausstellung "Du Glückspilz, du kannst in den Krieg ziehen!" nach Kastelruth geholt. Vom 4. bis 15. November waren die Erinnerungen eines Feldkaplans an den Krieg in Galizien, redigiert von der URANIA Meran, für ein breites Publikum zugänglich. Die Schüler/innen der dritten Klassen setzten sich dort anhand von  Aufzeichnungen aus erster Hand sowie zeitgenössischen Bildern mit dem Thema Krieg und dessen Ursachen und Folgen auseinander.

Die Vorträge von Hans Heiss und Florian Kerschbaumer ergänzten die beeindruckende interaktive Ausstellung mit einem detaillierten Überblick über die Geschehnisse der Kriegsjahre in der Gegend von Kastelruth und im gesamten Tirol.

Gedanken der Schüler/innen

Was hat dich an der Ausstellung am meisten bewegt? Was wird dir in Erinnerung bleiben?

Mich hat am meisten bewegt, unter welchen Umständen die Soldaten an der Dolomitenfront in den Bergen gekämpft haben. Es gab Temperaturen bis zu - 39 ° C und Windstärken von 5 m/s. Mir wird in Erinnerung bleiben, dass sich die Soldaten bei eisiger Kälte alle 10 Minuten auf Erfrierungen untersucht haben. (Aaron, 3 A)

Am meisten hat mich bewegt, dass so viele junge Männer in den Krieg ziehen mussten. Sie waren abenteuerlustig und voller Erwartungen und, der Krieg war aber alles andere als ein Abenteuer. Die Soldaten hatten immer Hunger. Sie kämpften nicht immer nur gegen den Feind, sondern auch gegen die Natur, und starben in Lawinen oder durch Steinschlag. (Linda, 3 A)

Mir wird in Erinnerung bleiben, dass so viele Menschen starben, nur weil sich einige wenige Machthaber nicht einigen konnten und wollten. Nicht nur die Soldaten sondern auch die Zivilbevölkerung mussten viel Leid ertragen. Es gab keine Gewinner sondern nur Verlierer. (Jakob, 3 A)

Am meisten bewegt hat mich, dass die Menschen so viele verschiedene Gründe haben, um zu töten und anderen Leid zuzufügen. Aber alle wollen das Gleiche: Ruhm, Anerkennung und Ehre. (Sebastian, 3 A)

Mich hat an der Ausstellung am meisten bewegt, dass es heute noch junge Menschen gibt, die in einem Krieg unschuldige Menschen töten. Es ist einfach nur sinnlos. (Alex, 3 A)

Ich hatte das Thema „Propaganda und Zensur“. Mich hat beeindruckt, dass man die Zeitung vor dem Druck den Beamten zum Kontrollieren gab. Wenn es ihnen nicht passte, was in einem Bericht stand, wurde ein weißer Fleck aus der Schrift. Es gab eine eigene Zeitung für die Soldaten, damit sie nicht zu entmutigt wurden. (Matthias, 3C)

Mich hat erschüttert, wie viele Verwundete es gegeben hat. Mich wundert, wie die Menschen, die so ein Massaker planen, nachts noch schlafen können. (Willy, 3C)

Es ist gemein, dass es die Pressezensur gab. Ich finde die Leute zuhause haben ein Recht darauf, die Wahrheit zu kennen und auch etwas über die schlechten Ereignisse erfahren zu dürfen. In den Zeitungen waren ja manchmal „weiße Flecken“, also Teile einer Seite, die nicht beschriftet waren. Berichte, die die Grausamkeit des Krieges darstellten und nicht im Sinne der Propaganda waren, wurden einfach entfernt. Es muss schrecklich gewesen sein, wenn man zuhause war, einen Brief bekommen hat und ahnte: Das ist nur die Hälfte der Wahrheit. (Marie Theresa, 3C)

Mir ist ein Bild von einem Verwundeten in Erinnerung geblieben, der in einem Lazarettbett liegt. Mich hat auch die Information beeindruckt, dass die Südtiroler Soldaten nicht gut ausgebildet waren und sie erst nach ein paar Jahren Stahlhelme bekamen. Auch die Bilder von der Front erschütterten mich. (Laurin, 3C)

Mich haben die Bilder besonders beeindruckt. Auch die Texte waren sehr interessant. Man versteht, dass der Krieg alles andere als schön war. Auch die Aussage „Tote wie Wachsfiguren. Die meisten an den Wänden ihrer Unterkünfte hockend, das Gewehr zwischen den Knien … Sie müssen gestorben sein, ohne auch nur zu ahnen, was da draußen geschehen war.“ War schockierend. (Julia, 3C) ?

Die Bilder sind mir im Gedächtnis hängen geblieben. Die ganzen Toten. Es geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Es wurde mir bewusst, wie schlimm ein Krieg ist. Aber am Krieg Schuld haben nur ein paar Menschen, die Kaiser und Könige… Es muss hart gewesen sein, den Vater, den Bruder oder den Freund zu verlieren. Man kann sich auch nicht vorstellen, dass sich Menschen einmal auf den Krieg gefreut haben. Ich hoffe, dass das nie wieder vorkommt. (Georg, 3C)

Mir hat mein Thema „Für Allah, Gott, Kaiser oder Vaterland?“ gefallen. Es war für mich sehr schlimm zu lesen und zu erfahren, wie es in dem Islamischen Staat abläuft. Ein 26-Jähriger filmt, wie er Journalisten enthauptet und stellt das ins Netz. Das war für mich sehr schlimm zu erfahren und das Bild bleibt mir in Erinnerung. Deutsche gehen zum IS, weil sie sich in der Gesellschaft und in ihren Familien verloren fühlen. Sie suchen nach einer Aufwertung ihres Egos und glauben durch ihren Kampf Gottes Gesetz zu verwirklichen. (Jakob, 3C)

Die Beschreibung vom Italiener aus Rovereto, dass der Krieg schrecklich war, wird mir in Erinnerung bleiben: … dass die Soldaten blutig waren wie Metzger ... dass überall Leichen lagen, … . Der Kaiserjäger Alois Gögele beschrieb, dass der Nahkampf das grausigste im Krieg war und dass er viele Jahre nach dem Krieg noch im Schlaf aufschreckte und an das Gemetzel dachte. Von den 45000 Tirolern in Galizien starben sehr viele. (Simon, 3C)

Mich hat beeindruckt, dass Galizien schon nach einem Jahr von den Russen eingenommen worden war. Przemysl an der Grenze Ungarns war die drittgrößte Festung und fiel schon im März 1915 in russische Hände. (Jonas, 3C)

 

 

Veröffentlicht am 08.11.2019

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