Lesemorgen zum Tag des Vorlesens am 14. November

Leselust erfahrbar zu machen ist nun das Ziel der Lesemorgen an der Mittelschule Kastelruth: Am Tag des Vorlesens, am 14. November, wurde in allen Klassen während der ersten beiden Stunden gelesen. Die Schüler/-innen haben es genossen.

Eine lang angelegte Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (D) hat für die letzten zwanzig Jahre keinen Rückgang des Lesens festgestellt.

Es bleibt bei den bekannten Fakten:

Während bei den Buben unter den 12-19jährigen ca. 30 % regelmäßig zu einem Buch greifen, sind es bei den Mädchen stabile 47 %. Bei der Lesesozialisation spielen das Vorlesen in den Familien im Kindesalter und das Bildungsmilieu eine große Rolle: Zum Leser entwickelt man sich dort, wo Lesekultur vorgelebt wird.

Was sich allerdings verändert hat, ist die Art des Lesens: Jürgen Kaube (Krise des Lesens. Frankfurter allgemeine Woche Nr.42, 2018) hat in seiner Studie festgestellt, dass sich die Art des Lesens verändert hat. Es wird gelesen – aber vermehrt in digitalen Medien. Dies führt zu einem flatternden Leseblick auf der Suche nach Neuigkeiten, zu einem Überfliegen nach Inhalten, zu einem „Lesen auf der Pirsch“ oder zu einem „Power Browsing“ (Naomi S. Baron – amerikanische Linguistin). Das vertiefte Lesen, das eine ausdauernde geistige Auseinandersetzung in Gang setzt, bleibt auf der Strecke. Das Flow-Gefühl, das leidenschaftliche Leser/-innen kennen, stellt sich bei dem überfliegenden Prüfen von Inhalten nicht ein.

Aus Amerika kommt die Idee des institutionalisierten „Deep Reading“: An den Schulen werden bewusst Orte und Zeiten zum Lesen definiert, das Lesen um des Lesens willen wird zum Ritual – ein Schritt versus Chancengleichheit. 

gascla

Veröffentlicht am 18.11.2019

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden: